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Das Pestalozzi-Fröbel-Haus (PFH) ist als ein Verbund von Praxiseinrichtungen und Ausbildungsstätten für Erzieher*innen eine Modelleinrichtung des Landes Berlin. Es wurde im Jahr 1874 von Henriette Schrader-Breymann gegründet, deren Anliegen es war, die hohe Qualität von Fröbel-Kindergärten durch eine ebenso hohe Qualität der Ausbildung von Erzieher*innen zu sichern.
Henriette Schrader-Breymann pädagogische Konzeption orientierte sich schon 1874 an den Vorstellungen der beiden Pädagogen Friedrich Fröbel und Johann Heinrich Pestalozzi. Eine ihrer Grundeinstellungen war die Hoffnung auf eine „Verbesserung der Menschheit durch Erziehung und Bildung“ (Fröbel), ergänzt durch das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ (Pestalozzi). Dahinter stand die Idee, dass „kein Mensch bleiben muss, was er ist“, sondern dass er durch eigene Kraft sein Leben gestalten kann und soll. Pestalozzi und Fröbel sahen das „Kind als ein wesentliches Glied der Menschheit“. Ihnen war klar, dass durch die Erfahrungen und Erlebnisse in den ersten Lebensjahren der Grundstein für die spätere Entwicklung gelegt würde. Sie maßen daher dem Schutz des Kindes, seiner Pflege und einer Förderung der frühkindlichen Entwicklung große Bedeutung bei. Aus diesem Grund ist die Arbeit mit Kindern ein Schwerpunktbereich des PFH geworden.
Fröbels Idee des Kindergartens stand und steht am PFH noch heute für eine Konzeption, die Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern vereint, und nach der sich Kindergarten und Familie gegenseitig ergänzen und stärken. Henriette Schrader-Breymann sorgte dafür, dass die Einrichtung des Kindergartens nicht zu einer „vorverlegten Schule“ wurde. Hier sollte keine einseitige Verstandesbildung erfolgen, sondern eine allseitige ganzheitliche Erziehung praktiziert werden. Der Kindergarten sollte auf das Leben vorbereiten, lebensnahe Inhalte vermitteln, zu Verantwortung und Selbstständigkeit erziehen. Wichtig war ihr auch das Vermitteln von Naturerfahrungen. Auch dieses Prinzip der Ganzheitlichkeit ist heute aktueller denn je.

 

Eine kleine Retrospektive des Pestalozzi-Fröbel-Hauses in der Bundesallee 80
Wenn man 1910 die Kaiserallee, der heutigen Bundesallee in Berlin Friedenau entlang ging, fand man am Grundstück Nr. 80 die etwas versteckt liegende Backsteinvilla des Geh. Oberregierungsrates und Direktors im Reichsversicherungsamt Dr. Sarrazin.
Dahinter lag der „Ulmenhof“. Ein parkähnlicher Garten inmitten zahlreicher alter Ulmen.
In der Villa wohnte vor dem ersten Weltkrieg Georg Herrmann, ein im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts vielgelesener Schriftsteller, der 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde. Ihm ist der heutige Georg-Herrmann-Garten gewidmet.
Die Zugänge zum Garten liegen in der Goßlerstraße und in der Stubenrauchstraße. Der Zugang Bundesallee führt zum Gebäude der ehem. Kindertagesstätte und der heutigen Ganztagsbetreuung an der Stechlinsee-Grundschule im Pestalozzi-Fröbel-Haus.
   
Von 1918 bis Ende der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts beherbergte die kleine Villa heimlich einen verbotenen Glückspielbetrieb (Berliner Bilderbogen 1958).
Im Dezember 1941 zog zunächst der Kindergarten des Pestalozzi-Fröbel-Hauses aus der Karl-Schrader-Straße ein.
Das Pestalozzi-Fröbel-Haus hat seine eigene Geschichte. Anfang der siebziger Jahre des 19 Jahrhunderts gründete Frau Henriette Schrader, die Gattin des damals bekannten Eisenbahndirektors und Begründers einer Baugenossenschaft, Karl Schrader, dass erste Pestalozzi-Fröbel-Haus in der Steinmetzstraße in Berlin-Schöneberg. Sie war eine Nichte Friedrich Fröbels.
Die Not der Kinder in den damals neu entstandenen  Industrievierteln Berlins war dann auch der Anlass für Henriette Schrader, aus einem bestehenden Kindergarten das heute weltbekannte Pestalozzi-Fröbel-Haus aufzubauen. Der Betrieb in der Steinmetzstraße hatte eine gewaltige Ausweitung erfahren.
Durch den glücklichen Umstand, dass die Gattin des wohlhabenden Industriellen, Wentzel Heckmann, 1896 dem Haus ein ausgedehntes Gelände an der heutigen Karl-Schrader-Straße schenkte, war es dann möglich, einen umfangreichen Gebäudekomplex zu errichten.
   
1940 wurde die Villa Sarrazin samt des zwei Morgen großen Ulmenhofes von der Stadt Berlin angekauft und zu einer  Kindertagesstätte umgestaltet.
   
1941 übernahm das Pestalozzi-Fröbel-Haus die Villa an der Kaiserallee und zog mit seinem Kindergarten aus der Karl-Schrader-Straße ein.
Die Familienberatung des PFH hatte ursprünglich von 1949 bis Anfang 1953 eine kleine psychiatrische Beobachtungsstation auf dem Gelände des Kinderheimes Ulmenhof, die aber wegen Raum- und Finanznot aufgegeben werden musste.
   
1958 wurde im Ulmenhof die Liege- und Laufkrippe geschlossen und begonnen das Haus in ein heilpädagogisches Kinderheim  umzuwandeln.
   
1960 war es dann soweit und der Ulmenhof bekam eine heilpädagogische Abteilung für anfänglich 10 bis 11 Kinder.
   
1972 wurde dann der Ulmenhof durch eine sozialpädagogisch geführte Wohngruppe für Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren erweitert.  Wegen der notwendigen Versorgung des Stadtteils Friedenau mit Kindergartenplätzen stand das Grundstück  Bundesallee 80 vom Jahre 1978 an für den „Ulmenhof“ nicht mehr zur Verfügung und wurde abgerissen.
   
Ab 1980 entwickelten sich Unklarheiten über die Zukunft des Geländes. Eine große Zahl Friedenauer, u.a. eine Bürgerinitiative und die Jungsozialisten, sprachen sich gegen den Neubau einer Kindertagesstätte und für einen öffentlichen Park im Gelände Ulmenhof aus. 
1984 entschied sich der Bezirk Schöneberg für den Bau einer Kindertagesstätte und am 01.02.1986 wurde dann die Kindertagesstätte des PFH mit fünf Krippen- und Kindergartengruppen sowie einer Hortgruppe in der Bundesallee 80 eröffnet.
   
Seit dem Schuljahr 2005 kooperiert das Pestalozzi-Fröbel-Haus mit der Stechlinsee-Grundschule im Bereich der Offenen Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern. Die Stechlinsee-Grundschule ist eine öffentliche Grundschule mit einer über 100 jährigen Tradition. Sie wird heute von 600 Schülerinnen und Schülern besucht. Die ersten drei Jahrgänge werden in sog. jahrgangsübergreifenden Schulklassen (JüL) unterrichtet. Während des Unterrichts werden die Lehrer*innen dieser Schulklassen von Erzieher*innen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses unterstützt, die dann am Nachmittag ihre Betreuungsarbeit in der heutigen PFH-Ganztagsbetreuung im Haus Bundesallee fortsetzen.
   

 

Pestalozzi-Fröbel-Haus